Trainingslager der Mittwochsradler
Quellentour vom 8. - 13. Juni 2026
Auf Quellentour im Frankenland
Das Trainingslager der Mittwochsradler hatte das Thema „Flussquellen“. Auf einer fast 500 Kilometer langen Tour mit knapp 5.000 Höhenmetern führte die sechstägige Ausfahrt in die schöne mittelalterliche Stadt Rothenburg ob der Tauber. Dort schlug die 22-köpfige Gruppe der Radsportfreunde- und Freundinnen ihr Quartier im Hotel Rappen auf. Ein „Radschmetterling“ diente als Vorlage für vier Ausfahrten. Die Touren waren angeordnet wie die Flügel eines Schmetterlings mit Rothenburg als Mittelpunkt. Auf der gesamten Fahrt besuchten die Sportler und Sportlerinnen insgesamt 19 Quellen von größeren und kleineren Flüssen, die am Wegesrand entspringen.
Start war am Montag, 8. Juni 2026, am „Bänkle“ in Bartholomä. Schon nach wenigen Kilometern war mit dem Remsursprung bei Essingen die erste Quelle erreicht. Die Anfahrt über Abtsgmünd durch das schöne Tal der blinden Rot führte zur Bühlerquelle, dem Fleckenbachstausee, Betzenweiher und den beiden Tauberquellen bei Weikersholz und Wettringen. Auf Wirtschafts- und Waldwegen sowie verkehrsarmen Nebenstraßen erreichten die Radsportfreunde nach 107 Kilometern die mittelalterliche Stadt Rothenburg ob der Tauber.
Am nächsten Tag gingen anfangs besorgte Blicke zum Himmel. Doch das Wetter blieb trocken und man konnte mit Genuss den südwestlichen Flügel (Lila Flügel) des Schmetterlings mit der Stadt Schrozberg und Rot am See erkunden. Am Wegesrand der 80 Kilometer langen Tour lagen Quellen wie die Schandtauber bei Bettenfeld oder das Bodenlose Loch bei Unteroestheim. Der Tag wurde noch zu einem Bummel durch Rothenburg genutzt und der Nachmittag klang in einem gemütlichen Café aus.
Die Route am Tag drei führte durch das liebliche Taubertal nach Creglingen. Leider war die wegen ihres Riemenschneideraltars berühmte Kapelle in Creglingen-Münster geschlossen. Dafür entschädigte eine schöne Tour am Rande der Hohenloher Ebene mit einer rasanten Abfahrt durch das idyllische Vorbachtal. Zum Rahmenprogramm gehörten die Besichtigung des weltberühmten Riemenschneider-Altars in der Kirche St. Jakobus in Rothenburg, ein Orgelkonzert, Besuche in den Museen oder ein Gang auf die Stadtmauer.
Der südöstliche Flügel (Blauer Flügel) des Schmetterlings führte zuerst nach Schillingsfürst mit seinem imposanten Barockschloss, wo man nach 19 Kilometern die Wörnitzquelle erreichte. Weiter ging es nach Colmberg. Nach einer Fahrt über Stock und Stein kamen die Radler bei der Frankenkaserne an die Quelle der fränkischen Rezat und bei Hornau an zwei der Altmühlquellen. Immer wieder gingen besorgte Blicke zur Wetter App oder zum Himmel. Letztendlich blieb man vom Regen nicht ganz verschont. Doch eine freundliche Bäuerin gab Unterstand in einem Schuppen und beim nächsten Schauer bot der Landgasthof Büttelberg nahe der Muna-Siedlung Rast und Verpflegung. Nach 80 Kilometern und einer recht bergigen Fahrt auf der Frankenhöhe war man wieder am Tagesziel. Die Abende gestalteten sich mit Singen zur Gitarre, Geburtstagen und allerhand Anekdoten sehr lebendig.
Freitag war Etappe 1 der Rückfahrt zum gebuchten Hotel in Unterschneidheim. Der Tag begann mit kaltem Regen und böigem Wind. Nässe gab es von oben, von unten und von der Seite. Regenkleidung half eine Zeit lang. Bald war aber alles durchnässt. Die Quellen der Sulzach und der Wieseth wurden im strömenden Regen besucht. In Feuchtwangen konnte man sich bei einer Mittagsrast nahe der Kreuzgangspiele etwas aufwärmen. Dinkelsbühl lud bei solchem Wetter nicht zu einem längeren Stopp ein. Über die Quelle der Schnaitheimer Sechta ging es nach Unterschneidheim. Eine Entschädigung für den 75 Kilometer langen Regentag gab es abends im Hotel. Die örtliche Trachtenkapelle spielte beim Dorffest auf und der Tag endete mit guter Musik und einem guten Abendessen.
Der letzte Tag begann trocken, die Sonne zeigte sich und es wurde von Stunde zu Stunde wärmer. Nach wenigen Kilometern war man am Jagstursprung in Walxheim. Von Baldern mit dem Schloss und der Röttinger Höhe hatte man eine wunderbare Fernsicht. Bei Bopfingen-Aufhausen am Ende der großen Firma Ladenburger entspringt die Eger. Sie mündet nach 32 Kilometern bei Nördlingen in die Wörnitz. Weiter radelte die Gruppe hoch auf das Härtsfeld und durch das schöne Dossinger Tal nach Neresheim zur Egauquelle. Natürlich durfte auf der Rückfahrt Königsbronn nicht fehlen. Neben dem berühmten Brenztopf besichtigte man den hinter den Schwäbischen Hüttenwerken etwas versteckten Pfefferursprung. Diese reichen Karstquellen waren Grundlage für die Ansiedlung des ältesten Industriebetriebs in Württemberg. Abgerundet wurde die 80 Kilometer lange letzte Etappe der Quellentour mit einem Besuch des Kocherursprungs bei Oberkochen.
Vom Schwarzen Kocher ging es hoch auf die Alb nach Bartholomä, wo die schöne, manchmal nasse doch unfallfreie Ausfahrt wieder traditionell am „Bänkle“ endete.
Ein herzliches „Dankeschön“ gilt dem Organisator und Tourführer Klaus Hansinger und Erwin Goldmann als Reiseleiter.
Gesamt 19 Quellen, ca. 470 Kilometer, 4.900 Höhenmeter, 9.750 kcal, 1.430 Wattstunden Akku, 34:55 Stunden Fahrzeit
Weitere Infos zum Trainingslager "Quellentour" gibt es hier.
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Karte
mit Google Maps
GPX-Daten Anfahrt Bartholomä - Rothenburg 107 km, 1.020 Hm
GPX-Daten Lila Radschmetterling 80 km, 811 Hm
GPX-Daten Tauber-Tour nach Creglingen 49 km, 570 Hm
GPX-Daten Blauer Radschmetterling Teil 1
GPX-Daten Blauer Radschmetterling Teil 2 80 km, 780 Hm
GPX-Daten Rückfahrt 1 Rothenburg - Unterschneidheim 75 km, 730 Hm
GPX-Daten Rückfahrt 2 Unterschneidheim - Bartholomä 76 km, 1.000 Hm
Höhenprofile

